Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Repression nach ‚Berlin von unten‘

Wir haben erfahren, dass Leute Post von den Bullen bekommen haben, deren Personalien am 18.9.2011 im Rahmen der Hausbesetzung Adalbert- Ecke Oranienstraße, vor dem Beginn der Berlin von unten-Demo, festgestellt worden waren. Leute, die sich nur auf der Straße vorm Haus aufgehalten hatten, werden offenbar teilweise als Zeug_innen geladen.

Wenn ihr Post bekommt, meldet euch doch bitte bei den Spreepirat_innen – die wollen die betroffenen Leute zusammenbringen. Auch wegen möglicherweise auflaufender Repressionskosten lässt sich sichertlich zusammen was organisieren, damit die einzelnen nicht darauf sitzen bleiben.

Email für Kontakt: spreepirat_innen(ät)riseup.net

Demo-Bericht

Nach unserem kurzen spontanen Bericht am Abend des Aktionstages gab es nun auch noch einen kleinen Bericht der „Berlin von unten!“-Vorbereitungsgruppe bei Indymedia, den wir hier einfach mal wiedergeben:

[B]: 250 bei „Berlin von unten“-Demo

Am Wahltag, dem 18. September, demonstrierten 250 im regnerischen Berlin gegen steigende Mieten. Zuvor war bereits ein Haus besetzt worden, eine passende Einleitung für den Aktionstag. Im weiteren Verlauf des Aktionstages kam es allerdings zu wenig weiteren Aktionen.

Demoverlauf

Der Tag startete mit einer kleinen, schnell geräumten Hausbesetzung Oranien/Ecke Adalbertstraße. Transparente am Baugerüst des Eckhauses verkündeten: „Besetzt – Dolu“, „Verdrängung stoppen – Wohnraum für alle (immer und überall)“ und „Wenn Wohnungen zu Hostels werden…“ Bei der aggressiven Räumung wurden auch unbeteiligte Passant_innen von den Einsatzbullen gewaltsam angegangen.

Die Demonstration startete daraufhin relativ lautstark, aber mit ziemlich wenigen Leuten vom Kottbusser Tor aus. Der bald einsetzende Regen ließ die Demonstration nach und nach kleiner werden. Kurz nach dem Start kam es zu einem Zwischenfall. Ein Mensch mit einer DDR-Fahne wollte sich an der Demo beteiligen. Die Moderatoren wiesen daraufhin, dass sie einen positiven Bezug auf die DDR für unangemessen halten. Kurz darauf wurde der Fahnenträger rüde aus der Demo hinaus gedrängt. Dies erschien etwas überzogen.

Die Demonstration zog durch Neukölln und Kreuzberg. Im Wrangelkiez konnten später Möbel und viel Polizei vor dem schon zweimal besetzten Haus Schlesische Straße 25 erblickt werden. Es kam aber zu keiner Hausbesetzung.

Die Demonstration wurde dann hinter der Oberbaumbrücke auf Friedrichshainer Seite wegen starken Regens und wenigen Teilnehmer_innen vorzeitig von den Veranstalter_innen aufgelöst. Weitere Aktionen sind uns nicht bekannt.

Resümee

Der Anzahl der Teilnehmenden wird, nachdem bei der Mietenstopp-Demo 6000 Leuten waren, als starker Mobilisierungsmisserfolg gedeutet. Eine Mobilisierung außerhalb der Szene gelang auch wegen der abstrakten und unklaren Aktionstagsidee „Berlin von unten!“ nicht.

Die Hausbesetzung am Anfang hat aber wieder gezeigt, dass es von immer mehr Menschen begrüßt wird, Widerstand gegen steigende Mieten auch jenseits eingefahrener Legalitätsgrenzen deutlich zu machen.

Aktion / Interview Schlesische 25

Während des Aktionstags gestern kam es, während gleichzeitig die Demo unterwegs war, zu einer kleinen Straßensperrung auf der Schlesischen Straße im Wrangelkiez. Heinrichplatz TV hat einige Bilder davon mit einem Interview zum Haus Schlesische25 und der Situation der 23 an die GSW verschenkten Häuser zusammengeschnitten.

Die Bevölkerung wird über den Tisch gezogen!

Ein weiterer Videobeitrag zu der Straßensperre selbst (Achtung, hoher Grünanteil) zum Ansehen bei Youtube:
Stühlerücken vor der Schlesischen Str. 25

Presseberichte und Fotos vom Aktionstag

Nach dem guten Einstieg in den Aktionstag (Hausbesetzung) hatten alle ziemlich mit dem üblen Wetter zu kämpfen. Die verschiedenen Berichte fallen bisher höchst unterschiedlich aus, mit teilweise sehr einseitigem Fokus auf das Geschehen.

RBB/Abendschau: Bericht von der Hausbesetzung
Taz: Kleine Überraschungen am Wahltag
Tagesspiegel: Polizei holt Hausbesetzer von Baugerüst
Indymedia: Berlin v. unten – Handgemenge wegen DDR-Fahne

Wahlparty-Busting durch die Hedonistische Internationale:
Rie­sen­stim­mung bei FDP-Wahlparty

Fotos von der Besetzung (von Björn Kietzmann)
Fotos von Besetzung/Räumung und Demo (von Böseraltermann)
Fotos von der Demo (von Neuköllnbild/Umbruch Bildarchiv)

Verregnet unterwegs

Auf dem Weg zum Demo-Auftakt stolperten wir zunächst über eine Hausbesetzung an der Oranienstraße Ecke Adalbertstraße. Das war also der Auftakt zum Aktionstag Berlin von unten!… Transparente hingen an dem mit Baugerüsteten versehenen Haus, das gerade moderniert wird, herunter. Auf einem stand „Wenn Mietwohnungen zu Hostels werden“ – offenbar soll das Haus nach der Modernisierung ein Hostel werden.

Anscheinend dauerte es eine Weile, bis die Berliner Polizei die Besetzung überhaupt bemerkte – längst hatten sich auf der Kreuzung eine Menge Leute gesammelt. Die schließlich anrückenden Einsatzeinheiten stellen sich nicht sonderlich helle dabei an, das Baugerüst zu erklimmen, und so dauerte es eine ganze Weile, bis die Leute vom Haus herunter geräumt waren.

Die Demonstration startete daher ein wenig verspätet, mit rund 400 Leuten. Durch den Graefekiez und Reuterkiez war die Demo noch recht laut, es wurden viele Sprechchöre gerufen. Dann setzte leider immer mehr Regen ein, was der allgemeinen Laune nicht ganz so dienlich war.

Weiter durch den Reichenberger Kiez und rein in den Wrangelkiez. Dort erreichte uns eine Nachricht, es sei eine weitere Besetzungsaktion in Vorbereitung. Am Schlesischen Tor dann die Mitteilung, die Aktion hätte nicht geklappt. Da es immer noch in Strippen regnete, entschieden wir uns recht spontan auf der Oberbaumbrücke, die Demo auf Friedrichshainer Seite aufzulösen. Den langen öden Weg an der O2-Halle vorbei wollten wir den Leuten nicht mehr zumuten.

Wir sind gespannt, was für kleinere und größere Aktionen noch laufen und freuen uns über Berichte darüber. Einige Leute wollten noch zu den diversen Wahlpartys gehen, die der Grünen im Festsaal Kreuzberg (Ska­lit­zer Stra­ße 130) bot sich schon allein wegen der Nähe zur Demoroute an. Mal sehen, wie die Partys gegen den Strich gebürstet werden…

Und nicht vergessen: Um 19 Uhr Demo gegen NPD und das ganze Faschisten- und Neonazigesocks ab S-Bahnhof Köpenick.